Donnerstag, 3. Oktober 2013

Herr Gauck irrt gewaltig

Leider haben wir immer wieder Bundespräsidenten, die meinen, sie müssten in die Rolle des Mahners schlüpfen und oberlehrerhaft ihr Volk zurechtweisen. Diese Neigung, sich selbst zu erhöhen, indem man das eigene Volk schlecht macht, ist unerträglich und eine Zumutung. Was Herrn Gauck betrifft, hat er sich innerhalb kurzer Zeit gleich zweimal gründlich geirrt. Der erste Fehler war, dass er schon eine Woche nach der Bundestagswahl glaubte, die Vertreter der Parteien einbestellen zu müssen. Damit hat er seine Kompetenzen wohl überschritten. Es steht dem Bundespräsidenten nicht zu - schon gar nicht in einem so frühen Stadium - sich in die Willensbildung der neuen Abgeordneten einzumischen. Wen sie letztlich zu Bundeskanzler/in machen, ist ihre Entscheidung und nicht Sache des Bundespräsidenten. Außerdem ist ein Gespräch mit dem Bundespräsidenten in einem so frühen Stadium schon deshalb sinnlos, weil die Willensbildung in den verschiedenen Parteien ja noch gar nicht abgeschlossen ist. Herr Gauck hätte also gut daran getan, sich zurückzuhalten. Dasselbe gilt auch für seine Äußerungen zum Tag der Deutschen Einheit, wo er eine stärkere Rolle Deutschlands in der Welt gefordert hat. Damit liegt Gauck voll daneben. Was will er denn mit dieser "Predigt" sagen ? Soll nach seiner Vorstellung Deutschland etwa noch mehr für andere Länder bezahlen ? Hat Herr Gauck vergessen, dass Deutschland bereits der drittgrößte Beitragszahler der Vereinten Nationen ist ? Hat er vergessen, dass der unsinnige Afghanistankrieg Deutschland Milliarden kostet ? Will er wirklich, dass Deutschland sich an noch mehr kriegerischen Aktionen beteiligt, selbst wenn die Lage in den betreffenden Ländern, wie etwa Syrien, vollkommen verworren ist ? Hat Herr Gauck vergessen, wie viele Milliarden Deutschland für andere EU- und Euro-Länder schon bezahlt hat und wie hoch die Risiken sind, die Deutschland zugunsten anderer Länder eingegangen ist ? Die Liste ließe sich noch beliebig verlängern, aber schon damit ist klar, dass Gaucks Äußerungen vollkommen unbedacht waren und besser unterblieben wären. Richtig peinlich wird Gaucks Verhalten aber auch noch durch ein Gerücht, das dieser Tage zu lesen war. Danach soll Gauck über zu hohe Arbeitsbelastung geklagt haben. Falls das stimmt, fragt man sich, warum er dann das Amt angenommen hat. Niemand hat ihn dazu gezwungen.

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